Unabhängigkeit im Korsika-Lexikon

Innerhalb von 25 Jahren fast 9.000 Anschläge – so war die Statistik von Korsika zwischen 1973 bis 1998. Das bedeutet heruntergerechnet, dass die Korsen kaum einen Tag Ruhe hatten, weil es täglich zu neuen Anschlägen auf Korsika kam. Diese Angriffe zielten insbesondere auf die französische Regierung ab. Wie kam es zu diesen Anschlägen? Ab Ende der fünfziger Jahre versuchte die Pariser Regierung, die Mittelmeerinsel Korsika wirtschaftlich zu fördern – insbesondere den touristischen und den landwirtschaftlichen Teil. Ökonomisch ausgerichtete Pläne zeigten auf, was geschehen sollte, um Korsika wirtschaftlich aufzuforsten. Die Korsen sahen den Geldfluss aus Paris als eine Art Benachteiligung, sodass die Gelder auf mysteriöse Art und Weise verschwunden sind. Als die Franzosen aus Algerien abgewandert sind, wurden die Widerstandskämpfer aus Korsika gegen die Pariser Regierung laut. Denn jene Franzosen, die aus Algerien zurückwanderten und auf Korsika Einzug hielten, wurden finanziell unterstützt, während Paris für die korsischen Bauern nichts übrig hatte. Die pariser Politik wurde durch zwei gegeneinander kämpfende Organisationen angegriffen: Die FLNC-Union des Combattants, die Separatisten-Bewegung, kämpfte nicht weniger für ihre Meinung, wie die FLNC, die sich von der Union abgespalten hatte und für Dissidents kämpfte. Der Widerstand gegen die Separatisten fand 1998 ihren Höhepunkt, als Claude Erignac, französischer Präfekt, ermordet wurde. Die Erklärung der Autonomie Korsikas folgte, wodurch sich die restliche französische Bevölkerung von Korsika abwandt. Gut, dass Touristen bisher unverletzt blieben und noch keine Anschläge auf die Besucher Korsikas verübt wurden. Investieren wird allerdings kaum jemand in Ferienanlagen, weil schon genügende Hotels gesprengt wurden, die noch in der Rohbauphase standen.


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