Castagniccia im Korsika-Lexikon

Die traditionsreiche Region Castagniccia befindet sich im Osten von Korsika. Vor vielen Generationen, im sechzehnten Jahrhundert, wurde hier der Beschluss erlassen, dass jeder Mensch, der in Castagniccia lebt, mindestens vier Bäume pflanzen muss. Die Bauern des sechzehnten Jahrhunderts haben mit diesem Beschluss einen herrlichen Laubwald geschaffen. Hauptsächlich Kastanien finden sich hier wieder – daher auch der bezeichnende Name der Region: Castagniccia. Aufgrund dieser Region gehört die Kastanie auf Korsika zu den Nationalgerichten. Ob in Knoblauch zart geschwenkt oder mit sonstigen auf der Insel wachsenden Kräutern angerichtet, gibt es diese Köstlichkeit in jedem Restaurant auf der Mittelmeerinsel zu bestellen. Selten gebraten, eher geröstet oder geschmort, werden Kastanien gerne zu Rotwild gereicht. Kastanien sind noch heute ein wichtiger Wirtschaftsbestandteil von Korsika, was Castagniccia aufblühen ließ. Stilvoll ästhetische Bauwerke prägen das Bild von Castagniccia. Eher von Reichtum geprägt, wird man nur selten auf die typischen korsischen Bauwerke treffen. Castagniccia ist eher ein Villenviertel mit beeindruckend schönen Herrenhäusern. Prunkvolle Gedenkstätten und besonders eindrucksvoll gestaltete Kapellen findet man in Castagniccia. Die feudale Bauweise der zahlreichen Kirchen hatte historisch den Hintergrund, dass Castagniccia weiterhin mit einer guten Ernte gesegnet sein soll. Besonders in den Dörfern Cervione Campodonico, La Porta und Pedicroce sind eindrucksvolle Kirchen und Kapellen zwischen beachtlichen Herrenhäusern sichtbar. Das Kloster bei Campodonico, einem kleinen Bergdorf mitten in Korsika, imponiert alljährlich viele Touristen und führt auch Pilger immer wieder auf die weite Reise. In diesem Kloster gibt es als Besonderheit die kleinen Mitbringsel als Andenken an den Ausflug, die von den Einwohnern Castagniccias eigens angefertigt werden.


Hauptseite | Impressum