Politik im Korsika-Lexikon
Als Tourist in Korsika angekommen, kann man unter Palmen und am Strand liegend kaum an Politik und Staatsverwaltung denken. Dennoch ist es spannend, wie dies in Korsika geregelt ist.
Als viertgrößte Mittelmeerinsel gibt es einiges für den Staat zu verwalten. Mit einer Einwohnerzahl von knappen 280.000 Menschen wird es nicht eng auf dieser fantastischen Insel. Auf einer Fläche von über 8.500 Quadratkilometern entspricht dies einer allgemeinen Bevölkerungsdichte von knapp über 30 Einwohnern pro Quadratkilometer, wobei es in Korsika auch Landstriche gibt, in denen die Bevölkerungsdichte lediglich sieben Einwohnern pro Quadratkilometer beträgt.
Der Staat wurde in zwei Verwaltungsbezirke aufgeteilt. Zu Haute-Corse gehört die Verwaltungsstadt Bastia mit rund 40.000 Einwohnern, während Corse du Sud mit seiner Hauptstadt Ajaccio rund 50.000 Bewohner zählt.
Fast autonom leben die Korsen, also die Einwohner Korsikas, vom Staatssystem in Frankreich, dem sie doch irgendwie angehören. Mit ihrer Autonomie haben die Korsen leider ihr Ansehen bei den restlichen Franzosen etwas verschlechtert; für den Tourismus sowie Flora und Fauna ist dies aber ein Plus. Denn Korsika ließ sich nicht verbauen, wie der Rest von Frankreich. Eine kritische Situation. Die Pariser Regierung habe sich nicht um Korsika gekümmert und dieses kleine Fleckchen Erde vernachlässigt, so die Korsen. Daraus entstand, dass die Korsen ihre Autonomie erklärten. Die Wahlen in Korsika laufen nicht allzu demokratisch ab, weil die Ergebnisse entsprechend verfälscht werden. Währen hinter vorgehaltener Hand gemunkelt wird, Paris zahle „Friedensgelder“ an Korsika, versucht die Regierung offiziell den Frieden so herzustellen, indem Korsika als Steuerparadies ausgerufen und damit wirtschaftlich attraktiv gemacht wird.



