Maccia im Korsika-Lexikon
Korsika – eine Mittelmeerinsel, die nicht zuletzt aufgrund seiner Vegetation beeindruckt. Schon Napoleon hat behauptet, er erkenne seine Heimat am Duft. Und dieser Duft ist einzigartig. Grund dieses Geruches, der überall auf Korsika haftet, ist Maccia. Dies ist ein Gewächsteppich aus Kräutern und Sträuchern: Myrte, Ginster, Thymian, Lavendel, Wachholder, um nur ein paar zu nennen.
Leider ergibt sich aus diesem Teppich von Kräutern und Sträuchern, die nicht gerade duftneutral sind, dass sich Allergiker schwer tun können auf Korsika. Darum empfiehlt es sich für Pollengeplagte, entweder außerhalb dieser Saison auf Korsika zu landen, oder aber sehr gute Medizin mitzunehmen. Fans dieser Gewürze, die sich auf arabischen Märkten schon wohlfühlen, werden diese Maccia allerdings lieben – ähnlich wie Napoleon einst.
In der Zeit des Widerstands, als verfolgte Korsen diese Maccia als Versteck nutzten, stand der Begriff dafür, genau dieses zu erklären. Mittlerweile ist Maccia eher der korsische Begriff für alles Duftende, was Umsätze einbringt. Vom Badeöl über das Parfum bis zu ätherischen Ölen.
Maccia im eigentlichen Sinne, also der schön anzusehende Teppich aus den verschiedensten Kräutern oder Sträuchern, sorgt in den heißen Monaten, die ja auf Korsika wirklich keine Seltenheit sind, häufig für Waldbrände. Dadurch, dass das „Gestrüpp“ in Trockenperioden sehr schnell austrocknet, beginnt die Maccia sehr schnell, zu zündeln.
Nicht selten werden diese Feuer nicht nur von einer Glasscherbe, die in der Sonne liegt, ausgelöst, sondern tatsächlich von Einheimischen, die neues Bauland schaffen oder ihre Felder roden wollen.
Korsika – die polarisierende Mittelmeerinsel. Für Touristen selten sichtbar, gibt es im Landesinneren teilweise verheerende Probleme.



